Allgemeines über Kamele

Allgemeine Informationen:

Die einzigen heute noch lebenden Tiere der Unterordnung Schwielensohler sind die der Familie der Camelidae also Kamele, Lamas, Alpakas und Vicunjas.
Im Gegensatz zu den anderen heute lebenden Paarhufer treten die Schwielensohler mit der Sohlfläche des letzten und vorletzten Glieds ihrer mittleren Finger und Zehen auf, die Sohlenfläche ist mit dicken, federnden Schwielen gepolstert.

Kamele sind Wiederkäuer und haben daher ähnlich wie bei der Kuh, einen in vier Kammern aufgeteilten Magen.
In den ersten 3 Kammern werden die Zellwände der Futterpflanzen abgebaut und im letzten, dem Labmagen werden die Verdauungsproteine frei.

Der offensichtlichste Unterschied von Trampeltier und Dromedar sind die Höcker. Das Trampeltier besitzt zwei, das Dromedar ein Höcker. Entgegen der weitläufigen Meinung wird in diesem Höcker nicht Wasser sonder Fett angesammelt. Dieser Fettspeicher dient dem Kamel als Vorratskammer in „schlechten“ Zeiten.

Der Lebensraum der Dromedare sind vor allem die Wüstenregionen. In den Wüsten regnet es sehr selten und unvorhersehbar. Es herrscht eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit, so dass ein Arbeiter im Freien am Tag 15 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen muss, um den Wasserverlust auszugleichen. Die Niederschlagsmenge ist geringer als die Wassermenge die aufgrund der Sonneneinwirkung verdunstet.

Kreuzung von Trampeltiere und Dromedare:

Man kreuzt jeweils reinblütige Stammtiere, da die Mischlinge zwar größer und stärker sind als ihre Eltern, aber sie sollen untereinander unfruchtbar sein oder nur schwächliche Nachkommen hervorbringen.

 

Geschichte und Bedeutung:

In Nordamerika entwickelte sich vor über 45 Mio. Jahren aus den Paarhufern das Vorstadium der Kamele. …

» Die Altweltkameliden:
… Ein Teil dieser Gruppe wanderte vor ca. 3 Mio. Jahren von Sibirien und Alaska nach Asien aus und es entwickelte sich die Gattung des Camelus.

»Die Neuweltkameliden:
… Ein anderer Teil dieser Gruppe wanderte südlich nach Südamerika aus und es entwickelte sich die Gattung der Lama.

In dem Ursprungsland Nordamerika sind die Schwielensohler heute ausgestorben.

In Australien wurden in den Jahren 1860 bis 1907 ca. 1200 Dromedare eingeführt um bei der Erkundung der Zentralebene zu helfen. Nachdem überwiegend motorisierte Fahrzeuge eingesetzt wurden hat man die Dromedare einfach in die Wildnis entlassen. Heute leben einige Tausend Tiere in freier Wildbahn in Australien.

Die einzigen „wilden“ Kamele (Trampeltiere), die auf die Urform zurückgehen, leben in der Wüste Gobi und sind vom Aussterben bedroht.

Die Bedeutung von Kamelen bezogen auf die Lebensräume der Nomaden:

Egal welche Lebensräume der Nomaden in der Welt man sich näher anschaut, eine Gemeinsamkeit lässt sich immer finden: Trockene Gegenden welche nur in Flussnähe oder bei vorhandenen Brunnen überhaupt bewirtet werden können. Die sesshaften drängten sich daher um die seltenen Wasserstellen. Nach Zähmung von Schafen und Ziegen begann im mittleren Osten und in Zentralasien das erste Nomadentum. Die Hirten mussten ihre Tiere aber immer in erreichbarer Nähe von besiedelten Land führen.
Erst nachdem Packtiere gezähmt waren, welche in den Trockengebiete beheimatet sind und dadurch die weiten Trockengebiete durchqueren konnten, begann das eigentliche Nomadentum. Von diesen Nomaden wurden jetzt keine Felder mehr bestellt, sondern es wurden die Viehherden über das Land getrieben.

Die Grundlage des Nomadentums im mittleren Osten waren daher Kamel, Schaf und Ziege.

Lebensraum:

Kamele leben normalerweise in „extremen“ Gegenden, in Wüsten oder Halbwüsten. Sie leben heute in Gegenden zwischen Nordafrika und Zentralasien, in der Mongolei und Australien. Entsprechend der verschiedenen Arten können Kamele unter sehr heißen aber auch sehr kalten Bedingungen überleben (+ 50° C bis – 30° C). Aber auch in für Kamele „untypischen“ Gegenden, wie z.B. in Deutschland werden Kamele in Gefangenschaft gehalten. Dabei ist die Haltung nicht nur ausschließlich in Zoologischen Gärten, sondern auch immer mehr in privaten Aufzuchten möglich.

Fortpflanzen können sich in der freien Wildbahn nur Hengste, welche eine Stutengruppe erobern können. Der Kampf mit einem Rivalen um die Stutengruppe fängt meist damit an, dass die Hengste stundenlang im Gleichschritt neben einander hergehen. Bis es dann irgendwann zum Kampf kommt, der schlimmstenfalls sogar zum Tod des Unterlegenen führen kann.

Mit aufgeblasenem Hautsack, Schaum vor dem Mund und einem, die bedrohliche Pose verstärkendem, Gurgeln gehen die Hengste aufeinander los.
Bisse, Tritte, mit dem Hals ringen, alles kann sich stundenlang hinziehen. Die Hengste versuchen sich mit dem Hals oder durch Bisse in die Beine gegenseitig auf den Boden zu drücken wobei der Rivale manchmal hierbei erstickt.

Paarung:

Die männlichen Dromedare werden äußerst aggressiv und bissig gegenüber Menschen.
Sie gurgeln und blöken oder knirschen mit den Zähnen. Beim Gurgeln tritt gelegentlich der Brüllsack, das aufgeblähte Gaumensegel, aus dem Mund hervor.
In dieser Zeit ist der Speichel des Kamels schaumig und verteilt sich um den Mund, so dass er bei schnellen Bewegungen durch die Luft fliegt.
Im Nacken der Tiere befindet sich eine Drüse, die ein schmieriges, übelriechendes Sekret absondert.

Die Paarung erfolgt in der Regel im Liegen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren wird während der Trächtigkeit kein Mutterkuchen gebildet. Der Stoffaustausch zwischen Muttertier und Jungen in der Gebärmutter findet über die gesamte Außenwand der Embryonalhülle statt.

Es wird immer nur ein Junges geboren, welches nicht trockengeleckt wird.

Charakter

Kamele sind sehr nachtragend, wenn man es heute schlägt, kann es sein, dass es erst viel später zurücktritt, wenn man schon gar nicht mehr daran denkt.
Viele haben ihren eigenen Kopf. Bei Kamelrennen z.B. kann es sein, dass ein besonders eigenwilliges Kamel auch schon mal in die falsche Richtung rennt, oder sich lieber am Grünstreifen um sein leibliches Wohl kümmert als den anderen hinterher zu rennen.
Sonst sind Kamele an sich recht genügsam und, solange es nicht Paarungszeit ist, recht friedlich.

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