Körperbau des Kamels

Körperbau:

Eine der wichtigsten Eigenschaften ist sicherlich die Fähigkeit über längere Zeit ohne Wasser auszukommen. Entgegen der weitläufigen Meinung speichert das Kamel in seinen Höcker nicht Wasser, sondern Fett und Bindegewebe. Das Fett kann durch Sauerstoffaufnahme teilweise in Wasser umgewandelt werden. So kann das Kamel bis zu 40 kg Fett in seinen Höckern lagern und bei einer Nahrungsknappheit als Energiespeicher dienen. Höcker, die schlaff über dem Rücken hängen sind nicht etwa ein Zeichen von Durst, sondern von Bindegewebsschwäche.  Bei den Wildkamelen der Mongolei ist diese Bindegewebsschwäche nicht zu beobachten, diese Kamelgattung ist die einzige noch existierende Kamelart, welche auf wilde Kamele zurückgeht.

Der Wasserhaushalt wird aber nicht nur über die Höcker geregelt, sondern das Wasser wird gleichmäßig aus allen Körperflüssigkeiten entnommen. Kamel verfügen darüber hinaus über einzigartiges Blut. Bei keinem anderen Säugetier der Welt kommt das Blut mit Wassermangel, aber auch mit Wasserüberfluss, so gut zurecht, wie bei den Kamelen. Das Kamel kann auf einen Schlag 120 Liter Wasser trinken und die roten, ovalen Blutkörperchen werden einfach größer ohne zu platzen.

So können Kamele bis zu 40 % ihres Körperwasser verlieren ohne Schaden zu nehmen. (Beim Menschen wären 10 % schon lebensgefährlich, bei 12 % Wasserverlust erfolgt der sichere Tod durch Hitzschlag bzw. verdursten) Ebenso „spart“ das Kamel in seinem Wasserhaushalt dadurch, dass es erst ab ca. 40° Celsius ins schwitzen kommt.

Ebenso reagiert die Temperaturregelung der Kamele anders als bei allen anderen Tiere. Sie vertragen Körpertemperaturschwankungen bis zu 7 Grad Celsius ohne das die Regulationsmechanismen, wie z.B. schwitzen oder zittern, einsetzen.

Sobald ein durstiges Kamel die Witterung einer Wasserstelle aufgenommen habt rennt es kopflos geradewegs darauf zu.

Beine und Füße:

Kamele sind hochbeinig und Passgänger, daher haben sie keine Spannhaut zwischen Rumpf und Oberschenkel. An den Füßen befinden sich jeweils nur zwei Zehen, deren Vorderkante durch gebogene Nägel ( keine Hufschalen) geschützt wird.
Im Gegensatz zu den anderen heute lebenden Paarhufer treten die Schwielensohler mit der Sohlfläche des letzten und vorletzten Glieds ihrer mittleren Finger und Zehen auf, die Sohlenfläche ist mit dicken, federnden Schwielen aus Bindegewebe gepolstert.
Die Mittelhand und Mittelfußknochen sind jeweils miteinander zu einem Kanonenbein verwachsen. Die Unterarmknochen sind teilweise miteinander verwachsen. Am Schienbein sind noch Wadenbeinreste vorhanden.

Hand- und Fußskelett eines Kamels.
Der 1., 2. und 5 Zeh sind restlos verschwunden.
Vorhanden sind nur noch der 3. und 4. Zeh.

Diverse Hornschwielen befinden sich am Brustbein, an Ellenbogen, Handwurzel, Ferse und Knie.

Mund, Nase, Ohren, Augen, Hals
Die Oberlippe ist gespalten. Dies ermöglicht den Kamelen auch die letzten Blätter von noch so dornigen Sträuchern „abzuzupfen“, ohne das die Lippen verletzt werden.

Die Nasenlöcher sind schlitzförmig und können (z. Bsp. bei Sandstürmen) vollständig verschlossen werden.
Die Augen verfügen über extrem lange Wimpern und die Ohren sind stark behaart, auch dies schützt die Tiere vor eindringendem Sand.
Im Milchgebiss der Jungtiere sind noch 6 Schneidezähne vorhanden, im bleibenden Gebiss sind es nur noch die beiden äußeren. Die Eckzähne und Vorbackenzähne sind hakenförmig gebogen, die Backenzähne haben Höcker, die säulenförmig verlängert und von einer Zahnzement-Schicht überzogen sind.

Der Hals ist lang, geschwungen und sehr beweglich. Der Hals wird auch in den Machtkämpfen untereinander als starke Waffe eingesetzt. Ein Kamel ist also durchaus in der Lage mit seinem Hals einen Menschen umzuschupsen.

Medizinisch:

Erkrankungen:
Die häufigste Ursache von Erkrankungen, teilweise sogar mit Todesfolge, ist der Parasitenbefall.
Wurminvasionen, Milben, Bakterien, Viren und Hautpilze.
Maul- und Klauenseuche befällt auch Schwielensohler. Ebenso sind Kamele auch vor Tollwuterkrankungen, Lungenseuche der Rinder und Rinderpest gefährdet.
Herz-, Kreislauf-, Nieren- und Lebererkrankungen in Verbindung mit Bauchwassersucht sind ursächlich oft auf chronische Infektionen, Tumorausbreitung oder anhaltende Futterintoxikationen zurückzuführen.

Magen:
Kamele sind Wiederkäuer und haben daher, ähnlich wie bei der Kuh, einen in vier Kammern aufgeteilten Magen. In den ersten drei Kammern werden die Zellwände der Futterpflanzen abgebaut und im Letzten, dem Labmagen werden die Verdauungsproteine frei.

Sonstiges:

– kurzer und einfacher Blinddarm.
– keine Gallenblase
– die Penisscheide ist nach hinten gerichtet
– Körpertemperatur passt sich der jeweiligen Außentemperatur an und kann zwischen 34° und 41° Celsius schwanken.
– Dromedare durchlaufen embryonal eine zweihöckrige Phase, wobei allerdings Dromedar und Trampeltier nicht eindeutig EINER Urform zugeschrieben werden kann. Es muss also hier von zwei Arten gesprochen werden.

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