Solaranlagen Trends und Entwicklungen 2021

Am 1. Januar 2021 verschwinden die ersten Photovoltaikanlagen aus der Einspeisevergütung der EEG. Nach 20 Jahren zuzüglich der Zeit des Inbetriebnahmejahres endet die Förderung. Besitzer der ersten Generation von einer Solaranlage müssen ihre Hausdachanlage danach aber nicht unbedingt stilllegen.

Um die Solaranlage weiter profitabel nutzen zu können, ist es ratsam, dass die Hausbesitzer zum Beispiel auf den Eigenverbrauch des Solarstroms umstellen. Demzufolge sind auch Batteriespeicher hier bald eine wirtschaftliche Option.
Was der Hausbesitzer nicht selbst an Strom benötigt, kann er an spezialisierte Stromabnehmer verkaufen. Erste Anbieter für die Stromvermarktung aus Kleinanlagen sind schon vorhanden.

Betreiber eines Solardeckels fürchten um ihre Existenz

Der 52-Gigawatt-Deckel, welcher im Jahre 2012 eingeführt wurde, sieht vor, dass die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit Erreichen einer Grenze von 52.000 Gigawatt Leistung ausläuft. Die Regierung hatte sich im Prinzip schon im September 2019 auf eine Verlängerung im Rahmen des Klimapakets auf eine Förder-Verlängerung im EEG verständigt.

Momentan ist die Marke von 52 Gigawatt nicht erreicht. Es ist aber damit zu rechnen, dass es bis dahin nicht mehr weit ist. Sobald der Fall eingetreten ist, endet nach dem derzeitigen EEG für alle Photovoltaik Anlagen bis 750 Kilowatt Leistung automatisch der Vertrag.
Viele Betreiber sahen darin ihre Existenz bedroht.

Solaranlage Einfamilienhaus

Worin bestehen die entscheidenden Kritikpunkte am vorliegenden EEG Entwurf?

Im Wesentlichen existieren dort immer noch zu niedrige Ausbauziele, nur etwa 5 Gigawatt Fotovoltaik und 3,7 Gigawatt Windkraft pro Jahr an Land. Anerkannte Studien belegen, dass der Kunde als Ziel der 1,5-Grad-Marke aus dem Klimaabkommen von Paris ein vielfaches dieser Leistung benötigt.
Ansätze zur Zusammenführung der Sektoren sowie Konzepte und Integration von Verbrauchs- und Erzeugeranlagen in die Märkte und Stromnetze sind zwar erkennbar, aber bei Weitem noch nicht ausgereift.

Des Weiteren gibt es eine große Behinderung im Bereich der Eigenversorgung durch Pauschalabgaben sowie überzogener Mess- und Regelungsanforderungen. Darunter fällt auch die Entfaltung der Einbaupflicht für Smart Meter auf Anlagen ab 1 Kilowatt Leistung. Das alleine verstößt schon gegen die Vorgaben der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU. Diese Verordnung sieht vor, dass der solare Eigenverbrauch aus der Hausdachanlage bis 30 Kilowatt nicht mit Umlagen und Abgaben belastet werden darf.

Tipp: Lassen Sie sich von regionalen Händlern für Solaranlagen beraten. Dort wird Ihnen häufig eine kostenlose Erstberatung geboten, oftmals auch direkt bei Ihnen zu Hause.

Normalerweise muss die Bundesregierung die Vorgaben bis Mitte des nächsten Jahres in nationales Recht umsetzen.
Weiterhin will die Bundesregierung mit der Ausweitung der Ausschreibungspflicht die Entwicklungskosten von Photovoltaik weiter dämpfen. Bislang können die Anlagen ab 750 Kilowatt Leistung nur mit einer festgeschriebenen Einspeisevergütung realisiert werden, wenn sie den Zuschlag einer öffentlichen Ausschreibung erhalten. Meistens machen dabei die Freiflächenanlagen das Rennen.

In der Zukunft ist geplant, dass man eigene Auktionen für Solaranlagen, dann allerdings schon für Projekte ab 500 Kilowatt Leistung anbietet, was aber kein Freibrief bedeutet, da in den folgenden Jahren die Grenze sogar bis auf 100 Kilowatt reduziert werden soll.

Was bedeutet es für die Kleinanlagenbetreiber?

Für diese Gruppe der Anlagenbetreiber, welche es zunächst überwiegend betrifft, sind sämtliche vorgeschlagene Möglichkeiten, wie etwa die Einspeisung zum derzeitigen Marktwert abzüglich einer Vermarktungssteuer von 0,4 Cent pro Kilowattstunde mit zusätzlichen Abgaben und Steuern belegt und in jedem Bereich unwirtschaftlich, was auch die Belegung von dem eigenen Verbrauch betrifft. Sollten sich aus diesen sinnlosen Anforderungen keine wesentlichen Nachbesserungen ergeben, werden sicherlich viele Anlagen entweder stillgelegt oder abgebaut.

Kann man etwas gegen die EEG Verordnung unternehmen?

Das man sich im Grunde genommen viel zu spät mit dieser Materie auseinandersetzt, ist nicht nachvollziehbar, da seit dem Auflegen der EEG-Version ab 2001 schon bekannt war, dass Ende des Jahres die ersten 10.000 und bis 2025 vermutlich 130.000 Anlagen aus der Förderung fallen werden. Wer als Hausbesitzer den Verlust von vorhandenen Erzeugungskapazitäten vermeiden will, sollte sich den 50.000 Unterstützern der kürzlich gestarteten Petition anschließen.

Der Schirmherr Manfred Weinhöpl plädiert für einen Verzicht auf eine EEG-Umlage für den eigenen Verbrauch. Dieser Verzicht soll dann gelten für Anlagen unter 30 Kilowatt. Die Vergütung des Stroms aus den Altanlagen zum jeweils gewählten Marktpreis ohne Abzüge sowie ein Programm zur Förderung für nachgerüstete Speichersysteme sollten damit gedeckelt werden.

Nur so kann der wirtschaftliche Weiterbetrieb gewährleistet werden und damit auch eine vorzeitige Aussortierung von vielen älteren über 20 Jahre alten Photovoltaik-Anlagen verhindert werden.
Es ist fünf vor zwölf und somit dringend notwendig, dass Peter Altmaier als Bundeswirtschaftsminister den Mut zu einer zukunftsweisenden EEG-Reform aufbringt.

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